(Foto: Peter Wieler, EMG) (v.l.): Dr. Manfred Zeiner, Geschäftsführer Deutsches Wirtschaftswissenschaftliches Institut für Fremdenverkehr (dwif-Consulting GmbH), Eva Sunderbrink, Geschäftsführerin EMG - Essen Marketing GmbH und Axel Biermann, Geschäftsführer Ruhr Tourismus GmbH (RTG), präsentieren die Studie "Wirtschaftsfaktor Tourismus".
EMG präsentiert Studie beim Stadtmarketing-Symposium
Die wirtschaftliche Bedeutung der Querschnittsbranche Tourismus für die Stadt Essen untersucht eine Studie, die die EMG - Essen Marketing GmbH (EMG) im Rahmen eines Stadtmarketing-Symposiums am Donnerstag, 18. Februar, auf dem Gelände des Welterbes Zollverein erstmalig präsentierte. Dieser Studie zufolge erwirtschaften Gastronomen, Einzelhändler und Dienstleister in Essen rund 1,3 Milliarden Euro pro Jahr. Damit alle Akteure zielgruppengenaue Marketing-Strategien über das Kulturhauptstadtjahr hinaus gemeinsam entwickeln können, gründet die EMG den Arbeitskreis Tourismus.
Um die ökonomischen Auswirkungen des Tourismus zukünftig systematisch zu untersuchen, hat die EMG im Jahr 2009 erstmalig eine Studie zum "Wirtschaftsfaktor Tourismus in der Stadt Essen" beim Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (dwif-Consulting GmbH) in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse jetzt vorliegen. "Am Beginn der Erhebungsarbeiten zur Bestimmung der wirtschaftlichen Effekte des Tourismus in der Stadt Essen stand die Sichtung aller vorhandenen Materialien", erklärt Dr. Manfred Zeiner, Geschäftsführer dwif-Consulting GmbH, zur Untersuchungsmethode. Dabei setzte das Institut auf einen Ansatz, der Grundlagenstudien über Tagesreisen, Ausgabenstrukturuntersuchungen bei Übernachtungsgästen, Betriebsvergleiche für Hotels und andere Betriebe des Gastgewerbes sowie Untersuchungen zum Städte- und Kulturtourismus berücksichtigte. Als Datenbasis dienten amtliche Statistiken, Unterlagen der Stadt Essen sowie Unterkunftsverzeichnisse. Zusätzlich führte das Institut eine repräsentative Haushaltsbefragung durch.
Mit knapp 1,2 Millionen Übernachtungsgästen hat sich die Stadt Essen in den vergangenen Jahren zu einer beachtlichen touristischen Destination entwickelt und ist damit gleichzeitig unangefochten die Nummer eins im Revier. In diese Zahl flossen Übernachtungen in entgeltpflichtigen Beherbergungsbetrieben ein. Darüber hinaus ergab die Untersuchung, dass rund 2,5 Mal so viele Übernachtungen - rund 3,2 Millionen - in Privatunterkünften stattfinden. Statistisch gesehen, empfangen rund 44 Prozent der rund 304.000 Essener Haushalte Übernachtungsgäste, durchschnittlich liegt die Besuchshäufigkeit bei rund 3,4 Mal pro Jahr, die Reisegruppengröße bei 2,2, die Aufenthaltsdauer bei 3,2 Tagen. Daraus ergibt sich ein Wert von ungefähr 10,5 Übernachtungen pro Haushalt.
Doch auch im Bereich des Tagestourismus ist die Stadt Essen eine feste Größe mit erheblichem Entwicklungspotenzial - vor allem im Kulturhauptstadtjahr. Die Auswertung der Stadt Essen ergab ein Volumen von 27,4 Millionen Aufenthaltstagen von Tagestouristen. Damit ergeben sich aus Übernachtungsgästen und Tagestouristen rund 31,8 Millionen touristische Aufenthaltstage.
Im Durchschnitt geben die Gäste in Essen pro Tag und Kopf rund 41 Euro aus. Dieser Wert liegt höher als der für 203 berücksichtige Tourismusstädte bundesweit ermittelte Durchschnittswert von 37,30 Euro. Bei den Übernachtungsgästen ergaben sich durchschnittliche Ausgaben in Höhe von rund 170 Euro pro Kopf und Tag. Insgesamt beläuft sich das Wirtschaftsvolumen des Tourismus auf rund 1,3 Milliarden Euro (41 Euro x 31,8 Millionen Aufenthaltstage). Davon profitieren in erster Linie das Gastgewerbe (Hotellerie/Gastronomie), der Einzelhandel und der Dienstleistungssektor. Das Ausgabeverhalten der Tages- und Übernachtungsgäste unterscheidet sich nicht nur in der Höhe, sondern auch in der Struktur. Der Übernachtungsgast gibt das meiste Geld im Gastgewerbe aus, von den Tagesgästen profitiert in erster Linie der Einzelhandel.
"Die Studie belegt, dass die EMG mit ihrer strategisch-konzeptionellen Ausrichtung in erheblichem Ausmaße dazu beiträgt, der lokalen Wirtschaft Impulse zu geben", so Karl-Heinz König, Geschäftsführer der EMG - Essen Marketing GmbH. Dazu zählen klassische Werbung, Radio-Werbung, Messeauftritte und von der EMG organisierte Veranstaltungen wie "Essen on Ice", der Weihnachtsmarkt und die Lichtwochen, die zu einer zusätzlichen Belebung der Innenstadt beitragen. Weil der Tourismus als Querschnittsbranche eng mit anderen Branchen verflochten ist, ergeben sich komplexe Wertschöpfungsketten, durch die unter anderem das Handwerk (Frühstücksbrötchen für Hotel-Büfett, Renovierung der Bausubstanz), Energieversorger, Agenturen, Versicherungen profitieren.
Da im Kulturhauptstadtjahr in Essen und der gesamten Metropolregion Ruhr mehr Tages- und Übernachtungsgästen erwartet werden, bietet dieses Jahr auch die besondere Gelegenheit, die Region nachhaltig als Tourismus-Destination zu etablieren: "Die Metropole Ruhr wird spürbar mehr als Reiseziel wahrgenommen. Dies zeigen die Erfolge der Produkte der Ruhr Tourismus GmbH wie die ExtraSchicht und der RuhrtalRadweg. Das Event der Kulturhauptstadt hilft uns, bei der internationalen Fachwelt wie auch beim Endkunden als Reiseziel wahrgenommen zu werden. Dies zeigt sich dadurch, dass die Zahl der Prospektanfragen sich bereits seit Jahresbeginn vervierfacht hat. Unser Ziel ist, die Region noch stärker auf dem Reisemarkt zu etablieren. Kultur und Tourismus werden künftig ein wichtiges Standbein der Entwicklung unserer Region sein", sagt Axel Biermann, Geschäftsführer der Ruhr Tourismus GmbH aus Oberhausen.
Die Gründung des Arbeitskreises Tourismus soll ein erster Schritt sein, um zur nachhaltigen Entwicklung der Querschnittsbranche Tourismus beizutragen: "Hierzu werden wir noch in diesem Jahr Informationsveranstaltungen und Workshops anbieten, um die sich an der Tourismus-Analyse ergebenden Handlungsfeldern in einer strategischen Gesamtkonzeption zusammenzufassen und umzusetzen. Gemeinsam wollen wir den pulsierenden Tourismus-Standort Essen im Gesamtkontext Metropole Ruhr mit klar erkennbarem Profil positionieren und vermarkten", so EMG-Geschäftsführerin Eva Sunderbrink.
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